Paddeln auf der Alara / Große Schlucht

Abschnittsbeschreibungen und Links

Fakten

Land Türkei
Region Akdeniz - Mittelmeerregion - Taurusgebirge
Schwierigkeit Wildwasser-Grad II Wildwasser-Grad III Wildwasser-Grad IV Wildwasser-Grad V
Lage zw. 265m und 32m über NN
Länge 35km
Gefälle 232m (7‰)
Abschnitt oberhalb Alara / Ortakonus-Klamm (Kaiserklamm)
Letzte Befahrung vor 7 Jahren
Obwohl die große Schlucht der Alara einen echten Klassiker der Wildwasserfreuden im Taurus darstellt, ist es schwierig übereinstimmende Angaben zu dieser Strecke zu finden. So berichten manche Quellen von knapp 30 km Länge, andere von bis zu 46 km. Von einigen als idealer Anfängerbach mit nur einer Umtrage beschrieben, findet eine andere Gruppe fünf Umtragestellen und mehrere Passagen bis knapp WW 5 vor. Sicher ist, dass eine befahrbare Straße weit entfernt und die Schlucht lang ist: Unter 6 Stunden kommt hier kaum einer raus.Aus diesem Grund bietet es sich an, die Fahrt auf zwei Tage aufzuteilen. Keine der auf Straßenkarten eingezeichneten Fahrwege existiert. Jedoch ist es möglich mit geländegängigen Fahrzeugen den Fluss vom linksufrig gelegenen Güzelbag aus zu erreichen. Außerdem folgt ein Forstweg (mit Normal-PKW unmöglich) dem linken Ufer auf den ersten 12 km.Als Minimalwasserstand sollten am Einstieg etwa 6 Kubik angetroffen werden. Dieser Durchfluss wird kaum jemals unterschritten. Mittelwasser bei ca. 20 Kubik. Nach oben ist die Skala offen, allerdings dürften bei mehr als 50 Kubik in einigen Katarakten schwere Walzen entstehen.Auf den ersten Kilometern prägen unbeschwerte, bei NW verblockte Schwälle und zwei gefährliche Katarakte das Flusserlebnis. Erst vor kurzem ist ein Teil der rechtsufrigen Felswand in den Fluss gebrochen. Scharfkantige Blöcke, unter denen bei NW ein Großteil des Wassers verschwindet, sperren den Fluss. Im Juni 2007 war der Felssturz ganz links über einen 2 m hohen Abfall problemlos fahrbar, das Umtragen links ist relativ einfach. Die folgenden 300 m sind bei NW und MW dicht verblockt und mit Siphonen und klemmgefährlichen Schlitzen gespickt. Bei MW evtl. machbar (WW 5), ist ein Fahrfehler fatal. Umtragen rechts etwas mühsam zwischen großen Blöcken ca. 15 min. Die folgenden 10 km bieten meist unbeschwertes Wildwasser im zweiten und dritten Grad, immer wieder in kurzen Niederklammen. Zahllose Quellen erhöhen die Wassermenge merklich. ACHTUNG, eine neue Stelle seit Frühjahr 2006: Ein gewaltiger Felssturz hat den Fluss ca. 300 m unterhalb markanter Quellen (von links) zu einem natürlichen See aufgestaut. Das Wasser stürzt über ca. 5 m Höhenunterschied und scharfkantiges Gestein hinab. Ein Umtragen am Fluss ist aufgrund steiler Felsufer nur bei NW möglich. Bei hohen Pegeln rechtzeitig links aussteigen und über die Straße umtragen (ca. 30 min). Bei MW ist der Katarakt WW 5. Stürzt ein hoher Wasserfall aus der rechten Talflanke, sollte nach 300 m links angelandet werden, und die folgenden 800 m auf dem Forstweg besichtigt werden. Eine knapp 1 km lange Niederklamm bietet neben schönem Wildwasser Potential für Baumversperrungen. Kurz vor Ende verengt sich die Klamm auf 2 m und die Alara stürzt 1,5 m in einen quirligen Pool. In der Vergangenheit soll diese Stelle wegen Rücklauf und unterspülter Wände sehr gefährlich gewesen sein. Oft wurde die ganze Klamm linksufrig über den Fahrweg umtragen. Tatsächlich war eine Befahrung im Februar 2005 bei 20 Kubik problemlos. Im März 2006 zeigte sich der Abfall als tosender Kessel mit rückläufigem Kehrwasser. Wir haben guten Gewissens umtragen. Juni 2007 war bei ganz wenig Wasser eher die dann S-förmige Anfahrt zum Schlitz das Kriterium. Ein abgetriebenes Paddel wurde an der ersten Prallwand abgesaugt und ist erst nach dem Schlitz wieder aufgetaucht. Vorsicht auf Unterspülungen! IMMER muss die Klamm vorher auf Bäume untersucht werden. 2005 sperrte ein dicker Stamm den Fluss in Klammmitte.Ist die Klamm gemeistert, geht es auf meist leichtem Wasser weiter, aufgelockert durch wuchtige Schwälle und verblockte Kurven. Ca. 3 bis 5 km nach der Klamm befindet sich linksufrig der Straßenabzweig nach Güzelbag und die Biwakstelle. Passiert man eine alte Steinbrücke (Karawanenweg) fehlen noch 10 km bis zum Ziel.Eine letzte gefährliche Unfahrbare zwingt 6 km vor Schluss aus den Booten. Der ehemalige Wasserfall ist eingebrochen bzw. erodiert und nun völlig unfahrbar und sehr gefährlich. Ohne Rückstau verschwindet die Alara in einer siphonierten weniger als bootsbreiten Klamm. Das letzte Kehrwasser links, das die letzten Jahre als Ausstieg diente, ist durch rückschreitende Erosion je nach Wasserstand nicht mehr sicher. In jedem Fall in der Linkskurve RECHTS anlanden und die Situation erkunden. Im Juni 2007 haben wir mühsam zwischen großen Blöcken rechts umtragen (ca. 15 min). Sollte die Umtrage links möglich sein, Wiedereinsetzen mit Alpinstart aus 4 m Höhe. Diese Stelle ist auf einer Naturstraße am linken Ufer zu erreichen, vermutlich ab Alarahan. Unbeschwertes Wildwasser bringt die ,Kajaks rasch zum Ausstieg bei einem Steinwurfwehr wo neben der sehenswerten Karavanserai Alarahan Efes und Snacks zu Touristenpreisen warten.Fazit: Eine großartige Schlucht mit nicht zu schwerem Wildwasser!Das Shuttle auf Asphaltstraßen via Konakli dauert gut eine Stunde.

Karte

Einstieg

Straßenbrücke zwischen Gündogmus und Güzelbag (Kemer Köprü)
Ausstieg

Alarahan. Neben dem Parkplatz der Festung (touristische Attraktion) beendet man vor einem Steinwurfwehr aus.
TrustedPaddler

Eingetragen von scheuer

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Bilder der Alara/Große Schlucht

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